Am 10.03.2012 waren wir wieder unterwegs, Volker, Udo, und das legendäre H.U.R.T. (Harzer Ultralauf Team), als auch meine Wenigkeit.

 

Der Hexenstieg ist zu jeder Jahreszeit einen Lauf mit Freunden wert. Von Osterode nach Thale, nonstop 101km mit 2.100 HM via Magdeburger Weg, Brockengipfel, Glashüttenweg, Trautenstein, Drei Annen Hohne, Königshütte, Rübeland, Treseburg, Bodekessel, Teufelsbrücke nach Thale.

 

Für dieses Vorhaben buchten wir uns im Basecamp "Hexenstieg" in Osterode ein. Stephan, Inhaber des Hotels Harzer Hof ist ein ausgezeichneter Kenner der Gegend und durch seine eigene Leidenschaft zur Natur und dem Hexenstieg genaustens vertraut mit den Bedürfnissen von Läufern und Wanderern. Hier findet man alles was man vor und nach einer ordentlichen Harzwanderung braucht.

3.15 Uhr der Wecker klingelt.

 

"Selbstverständlich" - ist Stephan aufgestanden und hat uns verrückten Trailläufern Frühstück gemacht. Wie wichtig der Kaffee und die Toasts am morgen für uns waren merken wir schon bald. Denn der Hexenstieg hat es in sich. Direkt nach verlassen der Ortschaft Osterode geht es steil aufwärts bis zum Eselsplatz. Anstieg --- Anstieg --- Anstieg

 

Alles schläft, es liegt Schnee im Harz, es ist kalt. Immer entlang am Dammgraben führt uns später der Hexenstieg, hinauf über den Magdeburger Weg bis nach Torfhaus und schließlich bis zum Brockengipfel.

 

Wir haben Wetterglück, der Brockengipfel liegt zwar im Nebel, aber der Regen bleibt aus, nur etwas Niesel geht nieder. Wir kräftigen uns mit Gulaschsuppe und Nudeln, es gibt Kaffee und Cola. 6Std. sind nach der Pause vergangen.

 

Über Königshütte und Bodekessel nach Thale

 

Es geht die Brockenstraße hinunter, es rollt wieder. Wir sind gestärkt und finden leicht den Einstieg in den Glashüttenweg, die Markierung Harzer Hexenstieg ist hervorragend!

 

Vorbei am Trautenstein, geht es hinunter nach Drei Annen Hohne, 54km liegen hinter uns. Ab jetzt liegt kein Schnee mehr und die Strecke wird gut laufbar. Schon bald erreichen wir Königshütte nach 60km. Das Harzer Ultra Team hat uns am Abzweig Richtung St. Andreasberg verlassen. Wir freuen uns alle auf ein baldiges Wiedersehen.

 

10km weiter kommen wir in Rübeland an und gönnen uns eine große Portion Kuchen, einen Pott Kaffee und ein großes Bier (selbstverständlich alkoholfrei, nur ein klitzekleines Feuersteinchen .... nehmen wir als Andenken mit)

 

Nun merken wir doch die 70km in den Beinen, es geht nach Wendefurth, hier ist die einzige Stelle die nicht so gut markiert ist. Aber wir finden den Weg durch die Wälder und überqueren die Staumauer, so langsam wird es Abend und wir laufen immer entlang der Bode bis nach Treseburg.

 

Wer sich nun ausmalt, dass der Hexenstieg immer so lauschig weiter geht, der irrt. Denn nach Treseburg wirds im Bodekessel teuflisch. Hohe steile Klippen, der Wanderweg wird zu einem steinigem engen Pfad. Es wird dunkel und wir laufen wieder mit Stirnlampe. Windung um Windung folgt, es geht auf und ab, die Steine sind glibschig, ungleichhohe Stufen sind grob in die Felsen gehauen. Es kostet Kraft und Konzentration, dann ereichen wir schlußendlich die Teufelsbrücke. Das Eingangstor nach Thale ist erreicht. Die JGH begrüßt uns kurz darauf und wir bestellen drei riesige Pizza`s mit 3l Cola.

 

Abenteuer Hexenstieg:

 

13Std. 50min. reine Laufzeit. Mit allen Pausen knappe 16Std. unterwegs. Für den Hexensteig Ultralauf wissen wir - das ist nicht unser Tempo, das muss langsamer, viele wichtige Erfahrungen mit unserer Ausrüstung haben wir gemacht.  

 

Unser Fazit: Der Hexenstieg Wanderweg ist bezaubernd schön und teuflisch anstrengend.