werde trail scout

Natur erleben. Neue Wege wagen! Seit nahezu 5 Jahren ist dies der Wahlspruch von meldelaeufer.de. Unsere Events sind allesamt darauf ausgelegt. 

 

Mit dieser neuen AKTION von meldelaeufer.de bekommst Du nun das Event direkt zu Dir nach Hause! Werde Trail Scout in Deiner Heimat und hol Dir Dein Shirt!

 

Wie funktioniert die Aktion?

Ganz einfach: Du meldest Dich zum TRAIL SCOUTING an und entrichtest Deinen Teilnahmebeitrag. Daraufhin erhältst Du von uns innerhalb von 7 Tagen einen für Dich ganz persönlich entworfenen track als "Entdeckungstour". Dieser track wird Dir per mail als gps-Datei zugesandt. Der track hat eine Länge zwischen 70 und 75km und ist als Rundkurs angelegt. Dazu beginnt der track maximal 50km von Deinem Wohnort entfernt. Bei der Anmeldung gibst Du an, ob Du den Startort mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto erreichen willst.

 

Nach Zusendung des tracks hast Du 4 Wochen Zeit den track nonstop abzulaufen. Du musst dazu Deinen Lauf mit gps Aufzeichnung dokumentieren und einen kleinen Fotobericht (mit mindestens 4 Fotos) fertigen und der Veröffentlichung hier auf der Webseite und in den sozialen Medien zustimmen.

 

Warum Trail SCOUT werden?

70-75km laufen ist schon eine ganz schön lange Strecke. Für manche Ultramarathon oder Ultratrailwettbewerbe ist es aber ungemein wichtig solche Strecken zu trainieren und Erfahrungen mit der eigenen Ausrüstung zu machen. Die AKTION TRAIL SCOUT soll eine zusätzliche Motivation sein.

 

Auf 70-75km Strecke kann man viel entdecken und erleben. Vieles wirst Du vielleicht überhaupt nicht kennen und so manche "abenteuerliche" Wegführung wird Dir von uns vorgegeben. So begibst Du Dich auf Wege die Du sonst nicht gehen würdest.

 

Deinen track und Bericht schickst Du uns via mail an: info@meldelaeufer.de und wenn alles in Ordnung ist, dann senden wir Dir Dein TRAIL SCOUT SHIRT. HOL ES DIR!

 

Empfohlene Ausrüstung:

  • Regenjacke, Regenhose
  • Wechselshirt (Langarm), Wechselhose, Socken
  • 2 Liter Aufbewahrungsbehältnisse für Getränke
  • Snacks für unterwegs
  • 50€, Smartphone, Haustürschlüssel
  • Stirnlampe, GPS Gerät

 

 

 

WICHTIG

Alle gps tracks werden von uns online erstellt und orientieren sich an Wanderwegen und Pfaden. Alle tracks werden in vollständig eigener Verantwortung und auf eigene Gefahr gelaufen. Unbedingt sind Verkehrsbedingungen und Umleitungen der Behörden zu beachten. Besondere Beachtung muss auch das Wetter erhalten. Plant eure TRAIL SCOUT TOUR sorgfältig.

 


Ich will TRAIL SCOUT werden

entsprechend Beschreibung "Werde Trail Scout"

44,90 €

  • 0,1 kg
  • verfügbar
  • 1 - 3 Tage Lieferzeit1

TRAIL SCOUT KAREN KELLER mit Bericht vom trailscouting am  24.09.17

 

Heute sollte es also soweit sein – seit drei Wochen hatte ich den track auf dem garmin, aber noch keine Zeit gefunden. Irgendwas war immer. Die Idee hat mich von Anfang an gereizt – ich bekomme einen track zum Nachlaufen, eine Tagestour um die 70km, vom Wohnort aus leicht zu erreichen, wohin es mich verschlägt wird eine Überraschung.

 

Wir hatten spekuliert zu Hause – „also ich würde mir einen track bei Hausen erstellen, da ist es schön hügelig“ – „oder drüben Richtung Rennerod, an der Fuchskaute ist auch immer schön“ – und was kam?

 

Das Nassauer Land – ganz andere Richtung. Auch schön. Hier kannten wir bisher nur die Vier-Täler-Tour ab Nassau, die wir mit ihren 25 überraschend trailigen Kilometern schon ein paar Mal gelaufen sind.

Etwas verspätet (es sollte zu Sonnenaufgang um 7:00 Uhr losgehen) waren wir dann doch, als wir gegen halb 8 an der Burg geparkt haben. Thorsten wollte mich begleiten. Nachdem wir von der Burg den ersten Trail bergab genommen haben, trafen wir auf unsere alte Bekannte: die Vier-Täler-Tour, der wir nun erstmal auch ein Stück folgten, den Mühlbach entlang, auf schmalen Wegen durch schattige Täler Richtung Dornholzhausen. Der Morgen war noch kühl, im Bachtal lag Nebel.

 

VP1 machten wir bei km11, an einem alten Stollen, in dem früher Eisen und Silber abgebaut wurden. Der Mühlbach begleitet uns noch bis Marienfels.

 

Das bekannte Vier-Täler-Zeichen wurde irgendwann durch den Kopf eines Römers ersetzt und uns begleiteten fortan und lange Zeit Zeugen des Römischen Reiches, viel Limes und immer wieder Hinweise auf alte Kastelle.

 

Über Feldwege ging es nach Miehlen, immer wieder bewunderten wir in den Dörfern schön restaurierte Gehöfte. Feld- und Waldwege wechselten sich ab. Überall wurde gewählt - in den Dörfern war ungewohntes Treiben für einen Sonntag morgen.

 

Nach Miehlen kamen wir an einem hübschen See vorbei, dem Hauserbachsee, aber für eine Einkehr im Restaurant war es (trotz zusammenlaufendem Wasser im Mund beim Lesen des Schildes „Hirschrollbraten“) noch etwas früh am Tag.  Leider noch geschlossen. Dennoch - Zeit für VP2!

Thorsten fühlte sich nicht so gut, deshalb hat er ab Obertiefenbach eine Querverbindung genommen – aber ich wollte den ursprünglichen track weiter laufen. Es sollte ja auch mein letzter langer Lauf vor dem Weinsteig werden, da kürzt man nicht einfach ab. Und nächste Woche habe ich keine Zeit. Also – allein weiter. Nach kurzen Hadern mit meinem einsamen Schicksal rollte es sich wieder ein und ich kam gut vorwärts. Es ging über Feld- und Waldwege, hier im Mittelteil mit relativ viel festem Untergrund.

 

Ich folge immer weiter dem ehemaligen Limes. Ein Limesweg folgt auf den nächsten. Oder war es alles der gleiche? Ich weiß es nicht, habe mich das zwischendurch auch öfter gefragt. Zwischendurch immer wieder Windkraftanlagen auf den freien Feldern.

 

Nach Holzhausen ging es wieder in den Wald. Hier kam ich an einem alten Römerkastell vorbei – ach nee, ich musste mitten durch. Ziemlich groß das Ding und die Mauern noch stehend.

 

Doch irgendwie spektakulär das Teil. Porta sinistra und Porta dextra – na soweit reicht selbst mein Schullatein grad noch. Das Kastell Holzhausen ist eines der besterhaltenen Limeskastelle Deutschlands.

 

Es ging relativ einfach weiter durch den Wald, dann mal wieder über Feld, dann mal wieder Wald bis nach Katzenellnbogen. Zwischendurch bei km 38 machte ich noch VP3, frau muss ja mal was essen.

 

Es waren kaum Leute unterwegs, lediglich im direkten Umkreis von Dörfern traf ich auf Menschen, meist Hunde-Gassi-Geher. Ab Katzenelnbogen – hier gab es einige Hügelgräber zu bestaunen - ging es weiter Richtung Ergeshausen und ich traf auf den Dörsbach. Das Dörsbachtal kann man am ehesten mit dem Wort „wildromantisch“ beschreiben.

 

Ein durchweg schmaler Singletrail führt neben dem quirligen Bächlein entlang, windet sich wie der Bach durch das Tal. Es gibt ein ständiges Auf und Ab über Schieferfelsen, Wurzeln, schmale Holzbrückchen und sogar einige kettengesicherte Stellen. Ein kilometerlanger Traum. Man nennt das hier auch das „Jammertal“ und es winden sich Sagen und Legenden, so wie der Bach…

Zwischeneinkehr an der Neuwagenmühle, die einen netten Hund und einen Wanderer-Kühlschrank mit Gästebuch und Sitzgelegenheiten bereithält. VP4 sozusagen.

Überhaupt bemerkenswert ist auch die Anzahl an Mühlen jeglichen Zustandes, an denen ich im Verlauf der Tour vorbei kam. Von verfallen bis super restauriert war alles dabei. Teilweise wunderschöne, einsam gelegene Anwesen.

 

Im Dörsbachtal traf ich dann auch wieder auf die alte Bekannte - Vier-Täler-Tour, ab da kannte ich mich wieder aus. Weiter durch das Jammertal  ging es zum Kloster Arnstein, ein beeindruckendes Gebäude, das oberhalb der Lahn auf einem Berg thront. Im Gegensatz zu sonst mußte ich dem track folgend IN das Klostergelände hinein. Und dann durch ein kleines schwarzes Törchen weiter, das in einen verwilderten Garten mit schmalem Pfad führte. Das kannte ich noch gar nicht, auch nicht die darin liegende Ruine der Margarethenkirche aus dem 10. Jahrhundert, ich hätte das auch so hinter dem Törchen nicht vermutet.

 

Durch Obernhof ging es die Lahn überquerend nach Weinähr, auch hier schöne alte Fachwerkhäuser. Nun zum größten Teil weiter auf dem Lahnwanderweg. Natürlich auch über die Hohe Ley, eine Kletterern bekannten Quarzitbrocken hoch über der Lahn - zum Schluß einer solchen Tour nochmal ein Aufstieg zum Fluchen. Aber mit einem tollen Aussichtsfelsen oben, als Belohnung.

 

Bis nach Nassau geht es auf schmalen Wegen, oft entlang der Hangkante. Nach einer Treppe – die erste Straße seit langem. Nun noch zur Burg – ok, es konnte niemand vorher wissen, daß hier grade Stadtfest mit Kirmes ist und ich mitten da durch muß. Die Zivilisation holt mich mit voller Wucht wieder ein. Fahrgeschäfte, Ramtamtam - bei den Menschenmengen wird selbst der kurze Gedanke, noch etwas zu essen sofort wieder verworfen – nee, ich will zurück in den Wald! An der Lahn die Bahnschranke unten. Och nö, mitten im Getümmel noch warten… Aber auf der anderen Seite geht es gleich wieder hoch in den Wald. Puh. Mit Menschen kann ich irgendwie nicht so gut… Der letzte kleine Aufstieg hoch zur Burg.

 

Oben erwartet mich Thorsten „na – kein Schlußprint?“ „äh – nee, heute mal nicht“. Er hat in der Zwischenzeit in der Burgschänke schon lecker gegessen und ein Nickerchen im Auto gemacht…

 

Das war eine schöne und abwechslungsreiche Tour. An Wegen war alles dabei, erst viel Trail, im Mittelteil eher fester Untergrund und zum Schluß wieder mega-trailig. Hat mir sehr gut gefallen, es gab viel zu gucken, viel zu genießen. Und immer wieder ganz tolle Stellen zum Pause machen, meist mit schönen Schutzhütten oder Bänken und super Aussichten.

Im Nachhinein ist mir noch aufgefallen, daß ich eine rein autarke 70km-Tour vorher noch nie gemacht habe.

 

Selbstverpflegung hat für 70km gut funktioniert, ich bin fast komplett mit dem Trinken ausgekommen, was ich dabei hatte (2,5l - 1 Cola und 1 Limo zusätzlich an der Neuwagenmühle, dafür hab ich 1 Iso übrig behalten), zu Essen hatte ich (wie immer) viel zu viel dabei.

 

Für mich ist es sinnvoll, wenn ich mir bei sowas Etappen-Pausen an bestimmten km-Zahlen  überlege, da ich schnell vergesse etwas zu essen oder zu trinken oder es ewig auf „gleich“ verschiebe.

 

Restauration gab es nur sehr beschränkt, ohne Umweg hab ich auch keine Tankstelle oder ähnliches gesehen.

 

Wasser hätte ich aber sicher zumindest bei einem der zahlreichen Reiterhöfe oder Mühlengebäuden bekommen. Es läßt einen ja keiner verdursten und so fern der Zivilisation war es nun auch nicht…

 

Der track war durchweg gut laufbar, es gab keine weglosen Abschnitte, kein Kämpfen durchs Unterholz und auch keine Stellen, wo der track unklar gewesen wäre. Dafür, daß er rein am Computer entstanden ist – super!

 

Und es war genauso schön, wie ich es mir erhofft hatte – einfach mal irgendwo lang laufen, wo ich sonst nicht lang komme. Ich selbst bin eh nicht so der Track-Bastel-Typ, und wenn man einen selbst bastelt, da weiß man ja doch schon vorher grob, wo es lang geht. Hier war der Überraschungseffekt ungleich größer. Ich habe nicht nur einen track gebucht, sondern ein kleines Abenteuer, einen Tag Auszeit, eine Tagestour mit allen Überraschungen, die man so erleben kann. Würde ich jederzeit wieder machen – und überlege auch schon, ob es dies Jahr nochmal passen würde. Vielen Dank!